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Finnlands Folklore und Volkskunst

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Die räumliche Weite Finnlands hat eine lebendige Folklore und Volkskunst geschaffen. Das Schlüsselinstrument der Volksmusik ist die Kantele, die finnische Form der Zither. Die Kantele ist das älteste Musikinstrument des Landes, seine Geschichte reicht 2.000 Jahre zurück.

Dunkle Wälder und klare Seen, Schwermut und Melancholie, in die sich sommerliche Lebensfreude mischt – das macht finnische Folklore aus. Die ganze erstaunliche Bandbreite finnischer Folkmusik erklingt jährlich auf dem Folklorefestival in Kaustinen, einem rund 4.300 Einwohner zählenden Ort in Westfinnland. In Kaustinen ist auch das rührige Volksmusik-Institut beheimatet. Maria Kalaniemi zählt zu den größten Akkordeonkünstlern im Lande. Finnischer Tango ist mittlerweile ein Markenzeichnen. Um 1850 hielt die Harmonika Einzug in die finnische Volksmusik und wurde ein wichtiges Instrument. Eine Spezialität des Landes ist die Verschmelzung von finnischer Folklore mit Metal. Moonsorrow heißt eine dieser sehr experimentierfreudigen Metal-Folk-Bands.

Joik-Sängerinnen haben auch in Finnland Tradition. Joik bezeichnet den traditionellen Oberton-Gesang der Saamen. Jeder Saami hat seinen eigenen Joik. Diesen schufen die Eltern bei seiner Geburt. Von den Ureinwohnern Lapplands leben rund 7.000 in Finnland. Die bekanntesten Joik-Sängerinnen heißen Ursula und Tunni Länsmann. Die beiden Schwestern bilden das Gesangsduo Angelin Tytöt, das sind die Mädchen des Dorfes Angeli. Jean Sibelius (1865-1957) gilt als der größte finnische Komponist. Auch sein Werk ist stark von der finnischen Volksmusik und Volkspoesie inspiriert. Seine sinfonische Dichtung „Kullervo“ wurzelt im großen Volksepos „Kalevala“. Die Textilkünstlerin Kirsti Ilvessalo aus Helsinki wurde weltweit bekannt durch ihre Rya-Teppiche. Darin verknüpfte sie jahrhundertealte traditionelle Muster aus der finnischen Volkskunst mit neuen und ganz individuell gehaltenen Farbtönen.